dieser Lektion wirst Du einige wichtige Kennzahlen kennenlernen, mit denen man üblicherweise ein Unternehmen (und somit die Aktie) bewerten kann. Keine Sorge – du musst hier nichts auswendig lernen. Es geht lediglich darum, dass Du einen EInblick bekommst, wie man an eine Investmentanalyse (JA DU INVESTIERST GELD WENN DU EINE AKTIE KAUFST) heran gehen kann.
Viele Menschen recherchieren Monatelang für einen Pauschalurlaub aber keine 5 Minuten bei einem Investment in Höhe von mehreren Tausend Euro. Das ist nicht nur leichtsinnig, sondern eifach nicht nachzuvollziehen. Denn das Investment soll ja Geld einbringen.
Aber hier nochmal der Hinweis: Hier muss keiner BWL studieren. Wir können uns hier innerhalb der Community helfen. ✌
Kennzahlen
Umsatzwachstum (über mehrere Jahre)
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Zeigt, ob das Unternehmen Marktanteile gewinnt oder in einem wachsenden Markt sitzt.
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Wichtig: Wachstum sollte nachhaltig wirken (nicht nur einmalig durch Sondereffekte oder Zukäufe).
Beispiel: Du möchtest doch lieber in ein Unternehmen investieren, das in einem Zukunftsmarkt unterwegs ist und wächst, anstatt z.b. eines, dass noch voll auf DVD Player.
Operative Marge (z. B. EBIT-/Operating Margin)
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Misst die Profitabilität des Kerngeschäfts.
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Steigende oder stabile Margen deuten oft auf Preissetzungsmacht und Effizienz hin.
Beispiel: Unternehmen, welche sich in einem ständigen Preiskampf mit anderen Mitbewerbern befinden, werden wohl früher oder später ein Problem bekommen, da die Marge (also das, was pro Verkauf / Produkt „hängen bleibt“ ) zu gering ist. Kosten (z.b. Löhne, Produktionskosten) steigen eher an, als dass diese sinken.
Gewinnentwicklung (z. B. EPS / Gewinn pro Aktie)
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Umsatz kann steigen, aber wenn der Gewinn je Aktie nicht mitzieht, bringt es Aktionären weniger.
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Besonders wichtig: „pro Aktie“, weil Verwässerung (mehr Aktien) den Effekt abschwächen kann.
Beispiel: Steigt bei einem Unternehmen der Umsatz deutlich an, aber nicht der Gewinn, sind auch die Kosten expotentiell gestiegen. Grundsätzlich ist es eher das Ziel, dass auch der Gewinn mit der Zeit wächst.
Free Cashflow (FCF) & Cash-Conversion
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„Cash ist härter als Buchgewinn“: FCF zeigt, ob das Unternehmen wirklich Geld übrig behält, nachdem investiert wurde.
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Achte darauf, ob Gewinn und Cashflow zusammenpassen (zu große Lücken sind ein Warnsignal).
Kapitalrendite (ROIC / alternativ ROE)
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ROIC zeigt grob, wie gut das Unternehmen sein eingesetztes Kapital in Wert/Ertrag verwandelt.
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Hoher, stabiler ROIC ist oft ein Hinweis auf Qualität + Burggraben.
Verschuldung & Zinslast (z. B. Net Debt/EBITDA, Interest Coverage)
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Entscheidend für das Risiko: Kann das Unternehmen auch in schlechteren Zeiten seine Schulden bedienen?
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Besonders wichtig bei zyklischen Branchen (Industrie, Rohstoffe, Immobilien etc.).
Bewertung (Multiples, je nach Fall)
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Typische Größen: KGV, EV/EBITDA, Price/FCF.
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Idee: Nicht nur „billig oder teuer“, sondern: Welche Erwartungen sind im Preis eingepreist? Und sind die realistisch?
Generell ist das sog. KGV sehr bekannt und wird oft herangezogen. Das KGV steht für „Kurs-Gewinn-Verhältnis“ und stellt den Gewinn je Aktie im Verhältniss zu deren Kurs. Ist der Gewinn je Aktie z.b. 5€ und eine Aktie kostet 60€ , liegt das KGV bei 12.
Gängig ist auch das sog. KBV oder KUV.
KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis)
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Was ist das? Aktienkurs/Marktkapitalisierung im Verhältnis zum Umsatz (Sales).
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Wofür gut? Schnellcheck bei Firmen, die (noch) wenig Gewinn machen (z. B. Wachstum/Tech).
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Interpretation: Niedriger = „günstiger“ pro € Umsatz, aber: Umsatz ist nicht gleich Gewinn.
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Achtung: Nur sinnvoll im Branchenvergleich und zusammen mit Margen/Profitabilität (sonst kann ein niedriges KUV eine Value Trap sein).
KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis)
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Was ist das? Aktienkurs/Marktkapitalisierung im Verhältnis zum Buchwert (Eigenkapital laut Bilanz).
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Wofür gut? Besonders bei Banken/Versicherern und kapitalintensiven Firmen, wo der Buchwert aussagekräftig ist.
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Interpretation: KBV ~1 heißt grob „Preis ≈ Bilanz-Eigenkapital“. Unter 1 kann günstig sein – oder ein Warnsignal.
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Achtung: Bei Firmen mit vielen immateriellen Werten (Software/Marken) ist der Buchwert oft weniger hilfreich.
Man kann leider nicht pauschal sagen , dass Firmen mit einem KGV unter z.b. 10 günstig und damit kaufenswert sind. Das hängt immer von der Branche, Wachstum, Zukunftsaussichten ab. Was aber hilft, Firmen mit deren Mitbewerber zu vergleichen (sog. Peer-Group Vergleich). Das hilft dann auch schon enorm weiter.
Wie gesagt – das Thema erscheint relativ trocken – aber wir sind uns sicher. Gerade innerhalb der Community kann ein Austausch, Research usw, enorm weiterhelfen
😉