Handelszeiten im Trading

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Handelszeiten – Wann lohnt sich Trading?

Beim Trading entscheidet nicht nur was du handelst oder wie deine Strategie aufgebaut ist. Auch der Zeitpunkt kann einen erheblichen Unterschied machen.

Denn die Märkte verhalten sich nicht zu jeder Tageszeit gleich. Mal herrscht hohe Aktivität, starke Liquidität und deutliche Bewegung. Zu anderen Zeiten läuft der Markt ruhiger, Bewegungen werden kleiner und manche Setups funktionieren deutlich schlechter.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Wann lohnt sich Trading – und wann ist es vielleicht besser, einfach nichts zu tun?

In diesem Artikel schauen wir uns die wichtigsten Handelszeiten an und erklären, warum du deine Trading-Zeiten auf Markt, Strategie und persönlichen Handelsstil abstimmen solltest.


Warum sind Handelszeiten beim Trading überhaupt wichtig?

Finanzmärkte bewegen sich nicht gleichmäßig über den Tag verteilt.

Je nachdem, welche Börsen geöffnet sind und welche Marktteilnehmer gerade aktiv werden, verändern sich unter anderem:

  • Handelsvolumen
  • Liquidität
  • Volatilität
  • Spreads
  • Geschwindigkeit der Kursbewegungen
  • Häufigkeit möglicher Trading-Setups

Das bedeutet: Ein Setup, das morgens hervorragend funktioniert, kann am Nachmittag völlig andere Ergebnisse liefern.

Gerade kurzfristig orientierte Trader sollten deshalb nicht nur auf den Chart schauen, sondern auch wissen, in welcher Marktphase sie sich gerade befinden.

Die wichtigsten Trading-Sessions

Besonders im Forex- und CFD-Handel wird der Handelstag häufig in verschiedene Sessions eingeteilt.

Asia Session

Die asiatische Handelsphase wird hauptsächlich durch Tokio, Hongkong, Singapur und weitere asiatische Finanzplätze geprägt.

In vielen Märkten ist die Aktivität während dieser Zeit geringer als während der europäischen oder amerikanischen Handelszeiten.

Typisch sind häufig:

  • geringere Volatilität
  • kleinere Handelsspannen
  • ruhigere Kursbewegungen
  • teilweise längere Seitwärtsphasen

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Zeit schlecht zum Trading geeignet ist.

Strategien, die beispielsweise auf Ranges, Mean Reversion oder ruhigeren Marktphasen basieren, können gerade hier interessante Bedingungen vorfinden.

Europäische Session – London bringt Bewegung in den Markt

Mit der Öffnung der europäischen Märkte steigt die Aktivität in vielen Märkten deutlich an.

Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei London, das zu den bedeutendsten Finanzzentren der Welt gehört.

Gerade im Forex-Markt nimmt während dieser Phase die Liquidität häufig spürbar zu.

Trader beobachten deshalb rund um den europäischen Handelsstart häufig:

  • stärkere Kursbewegungen
  • Ausbrüche aus vorherigen Ranges
  • steigendes Handelsvolumen
  • bessere Liquidität
  • neue Intraday-Trends

Für viele Daytrader gehört der europäische Vormittag deshalb zu den interessantesten Handelszeiten.

Allerdings gilt auch hier:

Mehr Bewegung bedeutet nicht automatisch bessere Trades.

Gerade während schneller Marktphasen können Fehlausbrüche, starke Gegenbewegungen oder kurzfristige Volatilität auftreten.

US-Session – wenn Wall Street aktiv wird

  • Am Nachmittag europäischer Zeit öffnen die amerikanischen Märkte.

    Vor allem rund um den Handelsstart der US-Börsen steigt die Aktivität bei vielen Instrumenten erneut deutlich an.

    Besonders relevant ist diese Phase für Trader von:

    • US-Indizes
    • amerikanischen Aktien
    • Forex
    • Gold
    • Öl
    • weiteren stark US-beeinflussten Märkten

    Der Start der amerikanischen Session kann zu starken Bewegungen führen, da neue Marktteilnehmer hinzukommen und auf Entwicklungen des bisherigen Tages reagieren.

    Gerade Indizes wie der Dow Jones, S&P 500 oder Nasdaq können rund um die US-Eröffnung deutlich an Dynamik gewinnen.

Besonders interessant: Die Überschneidung von Europa und USA

Eine der aktivsten Phasen des Handelstages entsteht, wenn die europäischen und amerikanischen Handelszeiten gleichzeitig geöffnet sind.

In dieser Zeit treffen besonders viele Marktteilnehmer aufeinander.

Das führt häufig zu:

  • hoher Liquidität
  • erhöhtem Handelsvolumen
  • stärkeren Kursbewegungen
  • engen Spreads bei liquiden Instrumenten
  • zahlreichen kurzfristigen Trading-Möglichkeiten

Für Daytrader und Scalper kann diese Phase deshalb besonders interessant sein.

Gleichzeitig steigt jedoch auch das Risiko schneller Kursbewegungen.

Wer zu dieser Zeit handelt, sollte deshalb klare Regeln für Einstieg, Stop-Loss und

Wann lohnt sich Forex-Trading?

Der Forex-Markt ist unter der Woche nahezu rund um die Uhr geöffnet.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Uhrzeit gleichermaßen attraktiv ist.

Welche Handelszeit interessant ist, hängt stark vom jeweiligen Währungspaar ab.

EUR/USD

Für EUR/USD sind insbesondere die europäische Session sowie die Überschneidung mit der amerikanischen Session interessant.

Hier treffen Marktteilnehmer aus beiden Währungsräumen aufeinander.

GBP/USD

Auch beim britischen Pfund spielt der europäische Handel eine wichtige Rolle. Rund um den Londoner Handelsstart kann die Aktivität deutlich zunehmen.

USD/JPY

Bei USD/JPY kann dagegen auch die asiatische Session relevanter sein, da der japanische Yen unmittelbar betroffen ist.

Eine einfache Grundregel lautet deshalb:

Überlege dir, welche Regionen hinter den gehandelten Währungen stehen – und wann dort die wichtigsten Marktteilnehmer aktiv sind.

Wann lohnt sich Index-Trading?

Beim Index-Trading sind die Handelszeiten der jeweiligen Börse besonders relevant.

Ein deutscher Index wie der DAX reagiert beispielsweise stark auf den europäischen Börsenhandel.

US-Indizes wie:

  • Nasdaq
  • S&P 500
  • Dow Jones

werden dagegen besonders rund um die Öffnung der amerikanischen Börsen interessant.

Viele Trader beobachten hier vor allem die ersten Minuten beziehungsweise die erste Handelsstunde.

Diese Zeit kann starke Bewegungen liefern – gleichzeitig ist sie häufig besonders volatil.

Für Anfänger kann es sinnvoll sein, diese Marktphase zunächst zu beobachten, bevor direkt jede Bewegung gehandelt wird.

Wann lohnt sich Aktien-Trading?

Bei Aktien spielen die regulären Börsenöffnungszeiten eine zentrale Rolle.

Vor allem rund um die Börseneröffnung kann es zu deutlichen Kursbewegungen kommen.

Gründe dafür können beispielsweise sein:

  • Unternehmensnachrichten
  • Quartalszahlen
  • Analystenbewertungen
  • politische Entwicklungen
  • Bewegungen nach Handelsschluss
  • neue Informationen vor Börsenöffnung

Die ersten Handelsminuten können dadurch sehr volatil sein.

Später beruhigt sich der Markt bei vielen Aktien häufig, bevor das Handelsvolumen gegen Ende des Handelstages erneut steigen kann.

Und was ist mit Kryptowährungen?

Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen werden grundsätzlich 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche gehandelt.

Doch auch hier gibt es unterschiedliche Aktivitätsphasen.

Obwohl der Markt niemals offiziell schließt, konzentriert sich ein großer Teil der Liquidität häufig auf Zeiten, in denen große Finanzzentren aktiv sind.

Auch beim Kryptohandel lohnt es sich deshalb, zu analysieren:

  • Zu welchen Zeiten entstehen die stärksten Bewegungen?
  • Wann ist das Handelsvolumen besonders hoch?
  • Wann funktioniert die eigene Strategie am besten?
  • Gibt es Unterschiede zwischen Werktagen und Wochenenden?

Nur weil ein Markt jederzeit handelbar ist, bedeutet das nicht, dass man jederzeit handeln sollte.

Die beste Handelszeit hängt von deiner Strategie ab

Eine der wichtigsten Erkenntnisse lautet:

Es gibt nicht die eine perfekte Handelszeit für jeden Trader.

Unterschiedliche Strategien benötigen unterschiedliche Marktbedingungen.

 

Trendstrategien

Trendstrategien profitieren häufig von Phasen mit zunehmendem Volumen und klarer Marktdynamik.

Interessant können deshalb beispielsweise die Eröffnungen großer Handelssessions sein.

 

Breakout-Strategien

Breakout-Systeme benötigen Bewegung.

Sie suchen häufig gezielt nach Situationen, in denen ein Markt aus einer vorherigen Range ausbricht.

Auch hierfür können Session-Starts besonders relevant sein.

 

Range-Strategien

Andere Systeme profitieren dagegen von ruhigeren Marktphasen.

Wenn ein Markt regelmäßig zwischen Unterstützung und Widerstand pendelt, können Range- oder Mean-Reversion-Ansätze interessante Möglichkeiten bieten.

 

Scalping

Scalper benötigen häufig:

  • hohe Liquidität
  • geringe Spreads
  • schnelle Ausführung
  • ausreichend Kursbewegung

Die liquidesten Handelszeiten können deshalb besonders attraktiv sein.

Vorsicht vor wichtigen Wirtschaftsnachrichten

Nicht nur die Handelszeit beeinflusst die Marktbewegung.

Auch Wirtschaftsdaten können innerhalb weniger Sekunden erhebliche Volatilität verursachen.

Dazu gehören beispielsweise Veröffentlichungen rund um:

  • Inflation
  • Zinsentscheidungen
  • Arbeitsmarktdaten
  • Wirtschaftswachstum
  • Zentralbankentscheidungen
  • wichtige Reden von Notenbankvertretern

Rund um solche Ereignisse können Kurse extrem schnell reagieren.

Spreads können sich ausweiten und der Markt kann innerhalb kürzester Zeit mehrfach die Richtung wechseln.

Trader sollten deshalb vor jedem Handelstag prüfen, welche wirtschaftlichen Ereignisse anstehen.

Wer keine explizite News-Trading-Strategie verfolgt, kann bewusst entscheiden, solche Phasen zu meiden.

Mehr Handelszeit bedeutet nicht mehr Gewinn

Ein häufiger Fehler besteht darin, möglichst lange vor dem Chart zu sitzen.

Doch Trading funktioniert nicht nach dem Prinzip:

Mehr Zeit am Markt = mehr Gewinn.

Im Gegenteil.

Wer acht oder zehn Stunden täglich nach Trades sucht, läuft Gefahr, Setups zu erzwingen.

Das kann zu sogenanntem Overtrading führen.

Typische Folgen sind:

  • zu viele Trades
  • sinkende Setup-Qualität
  • impulsive Entscheidungen
  • höhere Transaktionskosten
  • emotionale Erschöpfung
  • Abweichungen vom Tradingplan

Für viele Trader kann es sinnvoller sein, ein klares Handelsfenster zu definieren.

Beispielsweise:

„Ich analysiere und trade ausschließlich während der ersten zwei Stunden der europäischen Session.“

Oder:

„Ich handle nur rund um die US-Eröffnung und maximal drei Setups pro Tag.“

Dadurch entsteht Struktur.

Finde deine persönliche beste Handelszeit

Statt pauschal nach der „besten Trading-Zeit“ zu suchen, solltest du herausfinden, wann deine Strategie am besten funktioniert.

Eine einfache Möglichkeit besteht darin, deine Trades auszuwerten.

Dokumentiere beispielsweise:

  • Handelszeit
  • Markt
  • Setup
  • Long oder Short
  • Ergebnis
  • Volatilität
  • Marktphase
  • besondere Nachrichten
  • Session

Nach ausreichend vielen Trades können interessante Muster sichtbar werden.

Vielleicht stellst du fest, dass deine Strategie morgens deutlich besser funktioniert als nachmittags.

Oder dass deine besten Ergebnisse hauptsächlich während der US-Session entstehen.

Solche Erkenntnisse können langfristig wesentlich wertvoller sein als allgemeine Aussagen über die vermeintlich perfekte Handelszeit.

Automatisierte Strategien und Handelszeiten

Auch bei Expert Advisors und anderen automatisierten Handelssystemen spielen Handelszeiten eine wichtige Rolle.

Ein EA handelt zwar automatisch – trotzdem unterliegt seine Strategie denselben Marktbedingungen.

Deshalb können beispielsweise Zeitfilter Bestandteil eines automatisierten Handelssystems sein.

Ein System könnte beispielsweise nur:

  • während bestimmter Sessions handeln
  • die ersten Minuten nach einer Markteröffnung vermeiden
  • Nachrichtenzeiten auslassen
  • nachts keine neuen Positionen eröffnen
  • am Freitagabend keine neuen Trades eingehen

Ob solche Filter sinnvoll sind, hängt vollständig von der jeweiligen Strategie ab.

Wichtig ist deshalb, Handelszeiten auch bei automatisierten Systemen im Backtest und in der langfristigen Auswertung zu berücksichtigen.

Wann sollte man besser nicht traden?

Zu wissen, wann man nicht handeln sollte, ist mindestens genauso wichtig.

Vorsicht kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:

  • keine klaren Setups vorhanden sind
  • die Liquidität ungewöhnlich gering ist
  • der Spread deutlich größer als üblich ist
  • wichtige Nachrichten unmittelbar bevorstehen
  • der Markt extrem unruhig ist
  • du müde oder unkonzentriert bist
  • du versuchst, vorherige Verluste schnell zurückzugewinnen

Ein Trader muss nicht jeden Tag einen Trade eröffnen.

Manchmal ist der beste Trade tatsächlich kein Trade.

Fazit

Die Frage „Wann lohnt sich Trading?“ lässt sich nicht mit einer einzigen Uhrzeit beantworten.

Europäische und amerikanische Handelszeiten bieten häufig hohe Liquidität und starke Bewegungen. Ruhigere Sessions können dagegen für andere Strategien interessant sein.

Entscheidend ist das Zusammenspiel aus:

Markt + Strategie + Handelszeit + Risikomanagement.

Statt möglichst lange zu handeln, kann es wesentlich sinnvoller sein, gezielt die Marktphasen auszuwählen, in denen die eigene Strategie statistisch die besten Bedingungen vorfindet.

Wer seine Trades dokumentiert und nach Tageszeit und Session auswertet, kann daraus klare Regeln entwickeln.

Denn erfolgreiche Trader versuchen nicht, jede Marktbewegung mitzunehmen.

Sie warten auf die Situationen, die zu ihrem Handelsplan passen.

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Über den Author

Michael G.. - Founder PimpYourTrading
Michael ist einer der Gründer von PimpYourTrading . Sein Aufgabengebiet liegt vor allem in den wöchentlichen Analysen und fundamentalen Ausblicken für unsere Mitglieder. Zudem betreut Michael die Trader Helfen Trader Gruppe und ist Mit-Entwickler des Grundlagenkurses

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