Die verschiedenenen Märkte

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Forex, Gold oder Indizes – Welcher Markt passt zu dir?

er mit Trading beginnt, steht früher oder später vor einer grundlegenden Frage: Welchen Markt soll ich eigentlich handeln?

Forex? Gold? DAX, Dow Jones oder Nasdaq?

Auf den ersten Blick unterscheiden sich diese Märkte vielleicht nur durch ihre Charts. Doch wer sie länger beobachtet, merkt schnell: Jeder Markt hat seinen eigenen Charakter. Volatilität, Handelszeiten, typische Bewegungen und die Faktoren, die den Kurs antreiben, unterscheiden sich teilweise deutlich.

Deshalb gibt es auch nicht den einen „besten“ Markt für jeden Trader.

Viel wichtiger ist die Frage:

Welcher Markt passt zu deinem Tradingstil, deinem Alltag und deiner Persönlichkeit?

In diesem Artikel schauen wir uns Forex, Gold und Indizes genauer an und zeigen dir, worauf du bei deiner Entscheidung achten solltest.

Warum die Wahl des Marktes wichtiger ist, als viele denken

Gerade am Anfang möchten viele Trader möglichst viele Chancen wahrnehmen.

EUR/USD bewegt sich? Rein in den Trade.

Gold bricht aus? Ebenfalls handeln.

Der Nasdaq läuft plötzlich? Warum nicht auch dort eine Position eröffnen?

Das Problem: Wer permanent zwischen verschiedenen Märkten springt, muss sich immer wieder auf unterschiedliche Marktbedingungen einstellen.

Ein ruhiges Währungspaar verhält sich anders als Gold. Der Nasdaq kann wiederum vollkommen anders reagieren als beispielsweise der DAX.

Erfahrene Trader entwickeln deshalb häufig ein Gefühl für bestimmte Märkte.

Sie wissen beispielsweise:

  • wann ihr Markt besonders aktiv ist,
  • welche Bewegungen typisch sind,
  • wann häufig Fehlausbrüche auftreten,
  • wie stark der Markt normalerweise schwankt,
  • auf welche Nachrichten er besonders sensibel reagiert.

Marktkenntnis kann damit zu einem wichtigen Bestandteil des eigenen Tradingvorteils werden.

Schauen wir uns deshalb die drei populärsten Bereiche genauer an.

1. Forex – der Klassiker unter den Trading-Märkten

Forex steht für Foreign Exchange, also den Handel mit Währungen.

Gehandelt werden immer zwei Währungen gegeneinander, beispielsweise:

  • EUR/USD
  • GBP/USD
  • USD/JPY
  • EUR/GBP

Dabei spekulierst du darauf, ob eine Währung gegenüber einer anderen stärker oder schwächer wird.

Was macht Forex interessant?

Der Forexmarkt gehört zu den liquidesten Finanzmärkten der Welt. Besonders die großen Währungspaare – die sogenannten Majors – werden intensiv gehandelt.

Ein großer Vorteil für viele Trader sind außerdem die langen Handelszeiten.

Unter der Woche läuft der Forexhandel praktisch rund um die Uhr, wobei sich die Aktivität je nach Handelssession deutlich unterscheidet.

Besonders relevant sind:

Asien-Session

Hier stehen unter anderem JPY-, AUD- und NZD-Paare stärker im Fokus.

London-Session

Mit der europäischen Handelszeit kommt häufig deutlich mehr Bewegung in den Markt.

New-York-Session

Mit Beginn des US-Handels steigt die Aktivität bei vielen Paaren noch einmal deutlich.

Besonders interessant kann die Überschneidung zwischen London und New York sein.

 

Für welchen Trader eignet sich Forex?

Forex kann interessant für dich sein, wenn du gerne strukturiert und technisch orientiert arbeitest.

Viele Trader konzentrieren sich beispielsweise nur auf zwei oder drei Währungspaare und lernen deren Verhalten sehr genau kennen.

Forex eignet sich außerdem gut, wenn du flexibel handeln möchtest und nicht ausschließlich zu den klassischen Börsenöffnungszeiten Zeit hast.

 

Forex könnte zu dir passen, wenn du …
  • gerne mit klaren technischen Setups arbeitest,
  • mehrere mögliche Handelszeiten benötigst,
  • lieber moderate als extreme Bewegungen handelst,
  • dich auf wenige Währungspaare spezialisieren möchtest,
  • makroökonomische Zusammenhänge interessant findest.

 

Worauf musst du bei Forex achten?

Währungen reagieren teilweise sehr sensibel auf Wirtschaftsdaten und Entscheidungen der Zentralbanken.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Zinsentscheidungen,
  • Inflationsdaten,
  • Arbeitsmarktdaten,
  • Aussagen von Zentralbankern,
  • geopolitische Ereignisse.

Ein technisch perfektes Setup kann deshalb innerhalb weniger Sekunden vollkommen anders aussehen, sobald wichtige Nachrichten veröffentlicht werden.

Ein Wirtschaftskalender sollte für Forex-Trader daher zur täglichen Routine gehören.

2. Gold – beliebt, dynamisch und manchmal gnadenlos

Gold gehört zu den beliebtesten Märkten unter privaten Tradern.

Das meist unter dem Symbol XAU/USD gehandelte Instrument kombiniert gleich mehrere interessante Eigenschaften.

Gold kann klare Trends entwickeln, starke Bewegungen zeigen und innerhalb kurzer Zeit erhebliche Distanzen zurücklegen.

Genau das macht Gold attraktiv.

Und genau das macht Gold gefährlich.

 

Warum handeln so viele Trader Gold?

Gold bietet häufig genau das, was kurzfristig orientierte Trader suchen:

Bewegung.

Wo manche Währungspaare über längere Zeit relativ ruhig bleiben, kann Gold innerhalb kurzer Zeit deutlich reagieren.

Besonders rund um wichtige US-Wirtschaftsdaten können starke Bewegungen entstehen.

Beispielsweise bei:

  • US-Inflationsdaten,
  • Arbeitsmarktdaten,
  • Zinsentscheidungen der Federal Reserve,
  • Aussagen des Fed-Vorsitzenden,
  • starken Bewegungen des US-Dollars,
  • Veränderungen der Zinserwartungen,
  • geopolitischer Unsicherheit.

Gold ist deshalb bei Scalpern und Daytradern besonders beliebt.

 

Für welchen Trader eignet sich Gold?

Gold kann interessant sein, wenn du Volatilität bewusst suchst und schnelle Entscheidungen treffen kannst.

Allerdings solltest du damit umgehen können, dass Bewegungen nicht immer sauber und geradlinig verlaufen.

Gold kann innerhalb kurzer Zeit in eine Richtung laufen, abrupt drehen und anschließend erneut beschleunigen.

 

Gold könnte zu dir passen, wenn du …
  • gerne kurzfristig handelst,
  • dynamische Märkte bevorzugst,
  • mit größeren Schwankungen umgehen kannst,
  • sehr konsequent mit Stop-Loss und Positionsgröße arbeitest,
  • ausreichend Bildschirmzeit während aktiver Handelsphasen hast.
  •  
Die größte Gefahr beim Gold-Trading

Volatilität wird häufig mit Chance gleichgesetzt.

Doch hohe Volatilität bedeutet gleichzeitig:

höheres Risiko.

Ein Markt, der sich schnell zugunsten deiner Position bewegen kann, kann sich genauso schnell gegen dich bewegen.

Das Problem liegt deshalb häufig nicht beim Markt selbst, sondern beim Positionsmanagement.

Wer bei einem volatilen Instrument dieselbe Positionsgröße verwendet wie bei einem wesentlich ruhigeren Markt, kann unbewusst deutlich mehr Risiko eingehen.

Beim Gold-Trading ist sauberes Risk- und Money-Management deshalb besonders wichtig.

Mehr Bewegung bedeutet nicht automatisch, dass du größere Positionen handeln solltest.

Oft ist genau das Gegenteil sinnvoll.

3. Indizes – DAX, Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq

Indizes bilden die Entwicklung einer Gruppe von Aktien ab.

Zu den bekanntesten gehören:

DAX
Der bekannteste deutsche Aktienindex.

Dow Jones
Einer der traditionsreichsten US-Aktienindizes.

S&P 500
Ein breit gefasster Index großer US-Unternehmen.

Nasdaq-100
Stark geprägt durch große Technologie- und Wachstumsunternehmen.

Für Trader haben Indizes einen entscheidenden Vorteil:

Sie besitzen häufig sehr klar definierte aktive Handelszeiten.

 

Warum sind Indizes bei Daytradern so beliebt?

Besonders rund um die Eröffnung der jeweiligen Börsen kann viel Bewegung entstehen.

Beim DAX beobachten viele Trader beispielsweise intensiv den europäischen Handelsbeginn.

Bei US-Indizes steht die Öffnung der amerikanischen Aktienmärkte im Mittelpunkt.

Nach Handelsbeginn treffen zahlreiche Marktteilnehmer gleichzeitig aufeinander.

Institutionelle Orders werden ausgeführt, Nachrichten eingepreist und Positionen angepasst.

Dadurch können dynamische Bewegungen entstehen.

Für Daytrader bietet das einen großen Vorteil:

Du kannst dein Trading auf ein relativ klares Zeitfenster konzentrieren.

Statt acht Stunden auf ein Setup zu warten, handeln manche Trader beispielsweise nur die ersten ein oder zwei Stunden einer bestimmten Session.

 

Für welchen Trader eignen sich Indizes?

Indizes können besonders interessant sein, wenn du einen festen Trading-Zeitplan bevorzugst.

Du möchtest morgens handeln?

Dann könnte beispielsweise der europäische Markt interessant sein.

Du hast erst am Nachmittag Zeit?

Dann könnten US-Indizes besser zu deinem Alltag passen.

 

Indizes könnten zu dir passen, wenn du …
  • feste Tradingzeiten bevorzugst,
  • gerne Intraday handelst,
  • Momentum und Breakouts interessant findest,
  • Marktöffnungen gezielt handeln möchtest,
  • lieber einen einzelnen Markt sehr intensiv beobachtest.

Welcher Markt passt zu deinem Alltag?

Eine der wichtigsten Fragen wird beim Trading erstaunlich selten gestellt:

Wann hast du überhaupt Zeit zu handeln?

Ein Markt kann perfekt zu deiner Strategie passen – wenn du zu den entscheidenden Zeiten nicht am Rechner bist, bringt dir das wenig.

Angenommen, du arbeitest tagsüber und kannst erst am Nachmittag handeln.

Dann könnte ein US-Index möglicherweise besser zu deinem Alltag passen als ein Setup, das hauptsächlich während der europäischen Vormittagsstunden entsteht.

Hast du dagegen morgens Zeit, kann beispielsweise ein europäischer Index interessant sein.

Forex wiederum bietet aufgrund seiner globalen Handelsstruktur mehr zeitliche Flexibilität.

Dein Markt sollte deshalb nicht nur zu deiner Strategie passen.

Er sollte auch zu deinem Leben passen.

Welcher Markt passt zu deiner Persönlichkeit?

Neben Strategie und Handelszeiten gibt es noch einen Faktor, der häufig unterschätzt wird:

deine Persönlichkeit.

Stell dir zwei Trader vor.

Trader A liebt schnelle Entscheidungen. Er möchte Bewegung sehen und verliert bei langen Seitwärtsphasen schnell die Geduld.

Trader B denkt lieber länger über einen Trade nach. Schnelle Bewegungen stressen ihn und führen dazu, dass er impulsive Entscheidungen trifft.

Es wäre wenig sinnvoll, beiden exakt denselben Markt zu empfehlen.

Trader A könnte sich möglicherweise in einem dynamischeren Markt wohler fühlen.

Trader B könnte dagegen mit ruhigeren Marktbedingungen deutlich bessere Entscheidungen treffen.

Das Entscheidende ist daher nicht:

„Wo kann ich am meisten verdienen?“

Sondern:

„In welchem Markt kann ich meine Strategie am diszipliniertesten umsetzen?“

Dieser Unterschied ist enorm.

Der häufigste Fehler: Jeden Markt gleichzeitig handeln

Gerade neue Trader haben häufig eine Watchlist mit:

EUR/USD.

GBP/USD.

USD/JPY.

Gold.

DAX.

Dow Jones.

Nasdaq.

Bitcoin.

Und am besten noch zehn weitere Märkte.

Das klingt zunächst nach vielen Chancen.

In der Praxis führt es jedoch häufig zu einem anderen Problem:

Du entwickelst für keinen Markt echte Erfahrung.

Trading besteht nicht nur daraus, technische Muster zu erkennen.

Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, wie sich ein bestimmter Markt verhält.

Du erkennst beispielsweise:

„Diese Bewegung ist für diesen Markt ungewöhnlich.“

Oder:

„Zu dieser Uhrzeit entstehen hier häufig Fehlausbrüche.“

Solches Wissen entsteht nicht nach zehn Trades.

Es entsteht durch Beobachtung, Dokumentation und Wiederholung.

Deshalb kann es gerade am Anfang sinnvoll sein, die Auswahl deutlich einzuschränken.

Ein Markt reicht für den Anfang vollkommen aus

Du brauchst nicht zehn Märkte, um Trading zu lernen.

Du brauchst auch nicht jeden Tag fünf Trades.

Viel hilfreicher kann es sein, zunächst einen Markt auszuwählen und diesen intensiv zu beobachten.

Beispielsweise:

EUR/USD

oder

Gold

oder

Nasdaq

Anschließend dokumentierst du über mehrere Wochen:

  • Wann entstehen die besten Bewegungen?
  • Welche Setups funktionieren für deine Strategie?
  • Wann entstehen Fehlsignale?
  • Welche Rolle spielen Nachrichten?
  • Wie hoch ist die typische Volatilität?
  • Zu welchen Uhrzeiten handelst du besonders gut?
  • In welchen Situationen machst du Fehler?

So entwickelst du etwas, das wesentlich wertvoller ist als eine riesige Watchlist:

Erfahrung mit deinem Markt.

So findest du heraus, welcher Markt wirklich zu dir passt

Du musst dich nicht aufgrund eines YouTube-Videos oder der Empfehlung eines anderen Traders entscheiden.

Teste es selbst.

Wähle beispielsweise je einen Vertreter aus den drei Bereichen:

  • Forex: EUR/USD
  • Edelmetall: Gold
  • Index: DAX oder Nasdaq

Beobachte diese Märkte zunächst, ohne sofort echtes Kapital einzusetzen.

Teste deine Strategie anschließend im Backtest oder auf einem Demokonto.

Dokumentiere dabei nicht nur Gewinn und Verlust.

Bewerte auch:

Wie gut erkenne ich meine Setups?

Wie häufig entstehen Handelsmöglichkeiten?

Passt die aktive Handelszeit zu meinem Alltag?

Wie wohl fühle ich mich mit der Geschwindigkeit des Marktes?

Halte ich mich bei diesem Markt an meine Regeln?

Nach einigen Wochen entsteht häufig ein ziemlich klares Bild.

Fazit: Der beste Markt ist der Markt, den du verstehst

Forex, Gold und Indizes können alle hervorragende Tradingmöglichkeiten bieten.

Doch sie stellen unterschiedliche Anforderungen an den Trader.

Forex bietet viel Flexibilität und eine große Auswahl an Märkten.

Gold bietet starke Bewegungen, verlangt aber besonders konsequentes Risikomanagement.

Indizes bieten häufig klare aktive Handelszeiten und sind deshalb für viele Daytrader interessant.

Der entscheidende Punkt ist jedoch:

Du musst nicht den Markt finden, mit dem andere Trader erfolgreich sind. Du musst den Markt finden, in dem du deine eigene Strategie konsequent umsetzen kannst.

Statt also ständig nach dem nächsten „besten Markt“ zu suchen, kann es wesentlich sinnvoller sein, einen Markt wirklich kennenzulernen.

Beobachte ihn.

Teste deine Strategie.

Dokumentiere deine Trades.

Und entwickle mit der Zeit ein Verständnis dafür, wie sich dein Markt bewegt.

Denn langfristig ist nicht entscheidend, wie viele Märkte du handeln kannst.

Entscheidend ist, wie gut du den Markt verstehst, den du handelst.

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Über den Author

Michael G.. - Founder PimpYourTrading
Michael ist einer der Gründer von PimpYourTrading . Sein Aufgabengebiet liegt vor allem in den wöchentlichen Analysen und fundamentalen Ausblicken für unsere Mitglieder. Zudem betreut Michael die Trader Helfen Trader Gruppe und ist Mit-Entwickler des Grundlagenkurses

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